Vormundschaftliche Massnahmen

 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)

Ist eine Person teilweise oder vollständig unfähig, ihre (wirtschaftlichen oder persönlichen) Angelegenheiten zu besorgen, kann die KESB zu deren Schutz und Unterstützung eine Beistandschaft, Bereitschaft oder Vormundschaft aussprechen. In seltenen Fällen kommt die fürsorgerische Freiheitsentziehung zur Anwendung.

 

Bedingungen für vormundschaftliche Massnahmen

 

Vormundschaftliche Massnahmen unterstehen sehr rigorosen Bestimmungen. In erster Linie muss die betroffene Person eines besonderen Schutzes bedürfen, das heisst, dass sie nicht angemessen um sich selbst und um ihre Interessen kümmern kann. Vormundschaftliche Massnahmen werden nur angeordnet, wenn keine weniger einschränkende (hinsichtlich der Handlungsfreiheit) Alternative in Frage kommt. Wenn andere Formen der Unterstützung - durch die Familie, Freiweilligenarbeit etc. - den Schutz der Person und deren Interessen gewährleisten können, verzichtet die Behörde auf die Anordnung einer vormundschaftlichen Massnahme.

 

Wer ordnet eine vormundschaftliche Massnahme an?

 

Die vom Kanton bezeichnete KESB prüft die Sachlage und ergreift, wenn angezeigt, eine vormundschaftliche Massnahme.
Die KESB greifen auf Ersuchen einer anderen Behörden, einer Privatperson oder auf Begehren der zu schützenden Person ein.
Die KESB informieren die betroffene Person über ihre Rechte (z.B. Recht auf Einsicht, wie ein Entscheid angefochten werden kann etc.).

 

Auswirkungen der vormundschaftlichen Massnahmen

 

Die vormundschaftlichen Massnahmen schränken in erster Linie die Freiheit einer Person ein. Ihre freie Handlungsfähigkeit ist beschnitten oder gar aufgehoben. Die Massnahmen hängen vom Grad des Schutzes ab, den die Person benötigt: je grösser das Schutzbedürfnis, desto einschränkender die angeordnete vormundschaftliche Massnahme. Die Mündigkeit der betroffenen Person wird also je nach Massnahme eingeschränkt: bspw. Abschluss von Verträgen, Kauf, Verkauf usw. Hierfür muss der Träger, die Trägerin des Vormundschaftsmandats einverstanden sein oder auch nur durch ihn oder sie durchgeführt werden. Mitunter ist auch die Zustimmung der zuständigen KESB nötig (bspw. bei Darlehen und Hypotheken).